So gründest du dein Unternehmen richtig (mit Checkliste)

Tipps für die Gründung eines Einzelunternehmens

Da du diesen Blogartikel gerade liest, ist es wohl dein Wunsch, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Das finden wir richtig gut, denn noch nie war es so einfach möglich zu gründen. Ob aus der Arbeitslosigkeit (ALG I) oder dem Bürgergeldbezug (ALG II), nach einem Studium, einer Ausbildung oder weil du es einfach möchtest.


Richtig gründen, aber wie?


Damit deine Gründung auch von Anfang an auf einem stabilen Fundament steht, ist es wichtig, einige Punkte zu beachten.

Richtig gründen, aber wie?

Folgende Fragen stellen sich zu Beginn:

  • Kann ich mit meiner Geschäftsidee wirklich Geld verdienen?
  • Habe ich einen Businessplan?
  • Welche Rechtsform ist für mein Unternehmen die richtige?
  • Wie finanziere ich mein Unternehmen und gibt es Förderungen dafür?

Damit du diese und weitere Punkte für dich abarbeiten und beantworten kannst, haben wir am Ende dieses Artikels eine Checkliste für dich zusammengefasst, die du dir direkt, ohne persönliche Angaben, herunterladen kannst.


Wie sollte ich genau vorgehen?


Sofern du aus der Arbeitslosigkeit oder dem Bürgergeld gründen möchtest und noch mindestens 150 Resttage bestehen, kannst du bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) beantragen, damit du im Vorfeld deiner Gründung ein Gründercoaching in Anspruch nehmen kannst, was dich selbst keinen Cent kostet. Über den AVGS übernehmen dann die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter die Kosten.

Wichtig zu wissen ist, dass es dafür keinen Rechtsanspruch gibt. Es liegt im Ermessen deines Sachbearbeiters/deiner Sachbearbeiterin, wie viele Unterrichtseinheiten dir über den AVGS bewilligt werden.

Aus welcher Lebenssituation heraus du auch immer gründen möchtest, so ist es sicherlich sinnvoll, vor der Gründung selbst ein Gründungscoaching zu absolvieren. Damit gehst du auf Nummer sicher, dass bei deiner Gründung nichts vergessen wird und du optimal vorbereitet bist.

Folgende Punkte werden in Gründercoachings behandelt:

  • Gründerpersönlichkeit
  • Das Erstellen eines Businessplans inkl. Finanzplanung
  • Finanzen und Vorbereitung auf Gespräche mit Banken
  • Grundlagen für rechtliche und steuerrechtliche Aspekte
  • Marketing und Vetrieb
  • Selbstmanagement und wie es nach der Gründung weiter geht


Aber auch ohne Gründercoaching ist es natürlich möglich zu gründen. Dazu haben wir nun nachfolgend einige Tipps für dich.

In den meisten Fällen werden zu Beginn Einzelunternehmen gegründet. Eine sorgfältige Planung und Vorbereitung sind daher notwendig, damit der Start ins eigene Business gelingt und auch erfolgreich bleibt.


Das Geschäftskonzept

So solltest du bei deiner Gründung vorgehen

Dieser Punkt ist elementar für den Erfolg:

  • dein Geschäftskonzept ist bereits die halbe Miete. Mache dir Notizen, was du anbieten möchtest, wen du mit deinem Angebot ansprechen willst und ob der Markt groß genug ist, um davon leben zu können.

Je mehr du dich mit deinem zukünftigen Business, sowie dem Markt beschäftigst, umso leichter wird es dir fallen, dich richtig zu positionieren.


Rechtliche Voraussetzungen und Rechtsform


Das Geschäftskonzept haben wir im obigen Punkt bereits erwähnt, nun geht es um die rechtlichen Voraussetzungen und die Rechtsform. Handelt es sich um eine freiberufliche Tätigkeit oder um eine gewerbliche? Ist deine Tätigkeit erlaubnis- oder zulassungspflichtig? Zu diesen Fragen können dir die IHK oder die Handwerkskammer (bei einer handwerklichen Tätigkeit) weiterhelfen. Als Einzelunternehmer (m/w/d) haftest du immer auch mit deinem Privatvermögen. Um sich hier abzusichern, schaue dir den Punkt Versicherungen genau an.


Business- und Finanzplan

Mit einem Businessplan den Überblick behalten

Dein Business- und Finanzplan

Ein Businessplan ist nicht immer zwingend erforderlich, jedoch dann, wenn du

  • Fördermittel wie den Gründungszuschuss erhalten möchtest,
  • Kapitalgeber von einer Investition oder einen Kredit überzeugen möchtest
  • nach Geschäftspartnern für deine Gründung suchst.

Auch wenn ein Business- und Finanzplan nicht immer gefordert ist, so ist er dennoch nützlich, um das solide Fundament zu gießen, sich über die finanzielle Seite im Klaren zu sein und das eigene Business gründlich zu durchdenken.

Daher ist es empfehlenswert, einen Business- und Finanzplan zu erstellen. Im Gründercoaching ist dieser ohnehin integriert.


Versicherungen prüfen und vergleichen


Vor deiner Gründung ist es ratsam, sich über verschiedene Versicherungen zu informieren und Tarife zu vergleichen, damit du die bestmöglichen Konditionen für dich und dein Unternehmen erhältst.

Folgende Versicherungen dürften für dich als Einzelunternehmer dabei eventuell in Frage kommen:

  • Kranken- und Pflegeversicherung (verpflichtend)
  • Betriebs, Berufs- und Vermögenshaftpflichtversicherung
  • Freiwillige Arbeitslosenversicherung
  • Betrieblicher Rechtsschutz
  • Sach- und Ertragsausfallversicherung
  • Geschäftsinhaltsversicherung
  • Warenkredit- und Forderungsausfallversicherung
  • Versicherungen für evtl. Mitarbeiter*Innen
  • KFZ-Haftpflicht bei Firmenwagen


Unternehmensanmeldungen


Bei der Gründung deines Unternehmens ist es unabdingbar, dieses auch anzumelden. Bei welchen Behörden dies zu erfolgen hat, ergibt sich aus der Tätigkeit und der Rechtsform.

  • Als Einzelunternehmer muss dein Gewerbe beim zuständigen Gewerbeamt angemeldet werden. Das Gewerbeamt informiert dann das zuständige Finanzamt, welches sich anschließend bei dir melden wird. Ausnahme hiervon gibt es nur bei einer freiberuflichen Tätigkeit. Freiberufler müssen sich selbst beim Finanzamt melden und eine Steuernummer beantragen. Ob es sich bei deiner Tätigkeit um ein Gewerbe handelt oder um eine freiberufliche Tätigkeit, erfährst du bei deiner IHK. Dort kannst du dich darüber informieren, welche Gewerbe genehmigungspflichtig sind und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Handwerkliche Tätigkeiten werden bei deiner zuständigen Handwerkskammer geführt. Nicht selten ist ein Meisterbrief Voraussetzung, um in die Handwerksrolle eingetragen zu werden. Sowohl bei der IHK, wie auch bei der Handwerkskammer werden meist Mitgliedsbeiträge erhoben. Ob du davon betroffen bist oder dich beitragsfrei stellen lassen kannst, sagt dir die zuständige Kammer.
  • Dein zuständiges Finanzamt wird dir einen steuerlichen Erfassungbogen zusenden. Darin ist auch anzugeben, welche realistischen Umsätze zu erwarten sind. Hier macht es sich bezahlt, wenn im Vorfeld ein Business- und Finanzplan erstellt worden ist, denn dann kannst du hier auch die entsprechenden Zahlen angeben.
  • Auch die Mitgliedschaft in einer Berufsgenossenschaft kann verpflichtend sein. Bei Freiberuflern ist die meist weniger der Fall, obwohl es auch bei diesen Ausnahmen für ein Pflichtversicherung gibt. Eine Übersicht über die zuständigen Berufsgenossenschaften findest du auf der Seite des Bundesamtes für Soziale Sicherung.
  • Sofern du Mitarbeiter/Angestellte schon direkt bei der Gründung deines Einzelunternehmens hast, musst du dies bei der Agentur für Arbeit melden, um eine Betriebsnummer zu erhalten. Die Nummer dient der eindeutigen Identifizierung deines Unternehmens und der Sozialversicherung deiner Arbeitnehmer. Sofern du aus der Arbeitslosigkeit gründest, ist dies ebenfalls der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter zu melden.


Geschäftskonten und Buchhaltungssoftware


Ein weiterer wichtiger Punkt für die Gründung deines Einzelunternehmens ist die Wahl eines Geschäftskontos. Wir empfehlen dir hier das 3-Konten-Modell. Zumindest aber ein 2-Konten-Modell.

Beim 3-Konten-Modell hast du bei einer Bank ein privates Konto, ein Geschäftskonto, und ein weiteres Konto, von dem automatisch die Beiträge für Finanzamt, Krankenversicherung etc. abgebucht werden.

Wenn du aus wirtschaflichen Gründen auf das 3. Konto verzichten möchtest, so sollte wenigstens Privat von Geschäft kontenmäßig getrennt sein. Das erleichtert dir den Überblick.

Das führt uns zum nächsten Punkt: deine Buchführung.

Schau dir hier verschiedene Buchhaltungssoftware-Anbieter an. Eine Buchhaltungssoftware ereichtert die Verwaltung deiner Finanzen und trägt meist den steuerlichen Anforderungen Rechnung. Außerdem bieten einige Software eine Schnittstelle zum Finanzamt (Elster) und eine Zugangsberechtigung für deinen Steuerberater. Zu steuerlichen Aspekten darf auch nur ein Steuerberater beraten. Dies bitte immer beachten.


Businessprofile und -accounts anlegen


In der heutigen Zeit ist es elementar, das eigene Unternehmen auch online zu präsentieren.

Neben der eigenen Website oder deim eigenen Online Shop emfehlen wir dir, auf verschiedenen Plattformen ein Businessprofil, bzw. einen Businessaccount anzu legen.

Businessprofile/Accounts anlegen

Unsere Plattform-Empfehlungen:

  • Google Business Profile (ehemals My Business) für die lokale Auffindbarkeit bei Google
  • LinkedIn/Xing für Business-Kontakte
  • Facebook, Instagram, TikTok,Pinterest YouTube, wenn sich deine Zielgruppe dort aufhält.

Marketingmaßnahmen


Eine Marketingstrategie ist unerlässlich für deinen Businessplan, aber auch um erste Kunden zu gewinnen. Ohne entsprechende Strategie wird das sonst ein schwieriges Unterfangen. Solltest du dazu Hilfe dazu benötigen, stehen wir dir jederzeit gerne zur Verfügung.


Auf den Datenschutz achten


Das Thema Datenschutz wird bei Unternehmen oftmals, sagen wir, etwas stiefmütterlich behandelt und findet eine eher zurückhaltende Aufmerksamkeit. Dabei ist spätestens seit der DSGVO das Thema fortwährend präsent und kann, bei Überprüfungen, zu empfindlichen Bußgeldern führen.

Daher integriere den Datenschutz von Anfang an in deine Geschäftsabläufe. z.B.

  • Auftragsdatenverarbeitungsverträge mit Lieferanten, Kooperationspartnern und Kunden schließen,
  • Das Anlegen eines Verarbeitungsverzeichnisses, denn deine Datenverarbeitung kann jederzeit von der zuständigen Stelle (meist Landesdatenbehörden) überprüft werden.
  • Integriere dazu technischen und organisatorische Maßnahmen.



Hier kommst du zur Checkliste


Eine Zusammenfassung der genannten Punkte in diesem Blogartikel findest du in der folgenden Checkliste unseres Partners, der avalia Gründerlounge:

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